Foto des Ensembles, posierend mit Intrumenten auf einer Rasenfläche in einem Garten

Die Hamburger Ratsmusik blickt heute auf ein halbes Jahrtausend Musikgeschichte in Hamburg zurück, denn die Stadt beschäftigte erstmals im Jahr festangestellte 1522 Spielleute.

1991 von Simone Eckert wieder erweckt, knüpft das Ensemble an diese Tradition an und widmet sich nun seit mehr als 30 Jahren mit ungebrochenem Enthusiasmus der historisch informierten Aufführungspraxis auf originalen Instrumenten. Die Klanglichkeit ihrer seltenen, mehr als 300 Jahre alten Instrumente fasziniert und inspiriert RatsmusikerInnen wie Publikum immer wieder aufs Neue.

Neben traditionellen Programmen wagen sie auch den Spagat in neue Formate und innovative Programmgestaltungen. Es ist ihnen eine Herzensangelegenheit, mit „ihrer“ Musik dem Publikum wunderbare Konzerterlebnisse zu bieten.

Mit Hingabe recherchieren und erschließen die Musikerinnen das noch immer wenig bekannte Repertoire ihrer Vorgänger wie z.B. William Brade, Johann Schop, Dietrich Becker bis hin zu Georg Philipp Telemann und C.P.E. Bach. In moderierten Konzerten, musikalischen Lesungen, mit CD- und Videoaufnahmen wird diese Musik wieder lebendig. Die ergänzende Zusammenarbeit mit internationalen Musikern aus Europa, China und dem Iran oder mit zeitgenössischen Komponisten inspirieren die Künstlerinnen zu immer neuen Programmkonzepten. Konzertreisen führen sie in viele Länder Europas, die USA, Japan und China.

Mehr als 40 CDs mit zumeist Welt-Ersteinspielungen für die Labels cpo, Hänssler, Carus, Thorofon, audite, NCA, Christophorus und Phoenix Editions sowie Aufnahmen für alle deutschen Rundfunksender und den ORF dokumentieren die Wiederentdeckungen des Ensembles von Musik aus Renaissance, Barock und Klassik. 2006 und 2010 wurde die Hamburger Ratsmusik mit dem Echo Klassik-Preis ausgezeichnet, 2016 mit dem RITTER-Preis der Oscar und Vera Ritter-Stiftung Hamburg.

Die Hamburger Ratsmusik ist Partnerin der Hamburger Telemann Gesellschaft. Sie führt seit 2014 die eigene Konzertreihe elbwærts im KomponistenQuartier im Herzen Hamburgs. Künstlerresidenzen wie 2023 beim Heinrich Schütz-Musikfest, bis 2024 im KomponistenQuartier und 2025 bei den Internationalen Fasch-Festtagen in Zerbst ergänzen die vielfältigen Tätigkeiten des Ensembles.

Photo of the Ensemble, standing with their respective instruments on the grass in a garden

Today, the Hamburger Ratsmusik can look back on half a millennium of musical history in Hamburg, as it was in 1522 that the city first employed town players.

Revived by Simone Eckert in 1991, the ensemble has continued this tradition for more than 30 years, dedicating itself with unwaning enthusiasm to historically informed performance on original instruments. The sound of these rare instruments, some of which are more than 300 years old, continues to intrigue and inspire both the “Ratsmusicians” and their audiences.

In addition to traditional programs, they also venture into new formats and innovative programming. It is a matter of the heart for them to offer the audience wonderful concert experiences with "their" music.

The musicians are committed to carrying out ongoing research into the little-known repertoire of their predecessors such as William Brade, Johann Schop and Dietrich Becker, as well as Georg Philipp Telemann and C.P.E. Bach. The Hamburger Ratsmusik brings this music back to life with its narrated concerts, musical readings and CD and film recordings. Their work is complemented by collaborations with international musicians from Europe, China and Iran and with contemporary composers, and these encounters provide the inspiration for the artists’ innovative programming.

The ensemble has rediscovered a wealth of music from the Renaissance, Baroque and Classical periods and recorded more than 40 albums, most of which represent the first time this music has been recorded, for the labels cpo, Hänssler, Carus, Thorofon, audite, NCA, Christophorus and Phoenix Editions, as well as making recordings for all the German radio stations and ORFAustria. In 2006 and 2010, the Hamburger Ratsmusik was awarded the Echo Klassik Prize, and in 2016 the ensemble received the RITTER Prize from the Oscar and Vera Ritter Foundation Hamburg.

The Hamburger Ratsmusik is also a partner of the Hamburg Telemann Society. Since 2014, it has been running its own concert series, elbwärts (‘towards the River Elbe’), in the Lichtwarksaal concert hall, close to the Composers’ Quarter in the heart of Hamburg.

We are pleased to announce that the Hamburger Ratsmusik has been appointed Ensemble in Residence at the International Heinrich Schütz Music Festival for 2023.

Translation: Rebecca Lockhart-Morley info@lockhart-languages.com

Termine

Aufmacher
Bizarr&Bicinium

08.01.2026

ACHTUNG: FÄLLT WETTERBEDING LEIDER AUS!

Hamburg

Alfred Schnittke Akademie, 19.30

Aufmacher
Telemanns Burlesque

10.01.2026

mit Sönke Tams-Freier, Bass

Hamburg

Lichtwarksaal, 19:00

Aufmacher
Poeticall Musicke

18.01.2026

Zeitz

Moritzburg, 15:00

Aufmacher
Faszination Persien

11.02.2026

mit Neoclassical Ensemble of Theran

Memmingen

Stadthalle

Hamburger Ratsmusik

elbwærts  2026

Der Countdown läuft: Zwei Jahre vor dem großen Jubiläum der Oper am Gänsemarkt, die 2028 ihr 350jähriges Bestehen feiern wird, gehen wir auf Spurensuche, welche Atmosphäre und Bedingungen in der Hansestadt und welche Initiativen unter ihren Bürgern und Musikliebhabern das erste bürgerliche Opernhaus ermöglicht haben. Johann Theile, der die - heute leider verschollene Eröffnungsmusik - komponiert hat, erklingt bei uns mit seinen berührenden Geistlichen Konzerten. Reinhard Keiser, der für das Haus am Gänsemarkt etwa 80 Opern komponiert hat, folgen wir in die Salons der kunstbeflissenen wohlhabenden Kaufleute, adligen Gesandten und Mäzene in Hamburg.

Im September statten wir dem Gymnasium Johanneum einen Besuch ab und erforschen an Georg Philipp Telemanns ehemaliger Wirkungsstätte - und damit Originalschauplatz! - in seiner Musik und deren Texten das zeitlose und philosophische Thema der Freundschaft in der Zeit der Aufklärung.

Unser Neujahrskonzert empfängt mit Witz und Esprit aus Georg Philipp Telemanns Feder und sorgt für einen heiteren Start in ein hoffentlich ebensolches Jahr.

elbwærts 2026 erweitert seinen Radius: Zusätzlich zu unseren bewährten Konzerten im Lichtwarksaal entdecken wir neue geschichtsträchtige Räume in Hamburg für unsere musikalischen Hamburgensien unter dem Titel elbwærts UNTERWEGS.

Genießen Sie mit uns diejenige feine und rare Kammermusik, die andernorts in Hamburg nicht zu hören ist. Wir freuen uns auf Ihr Kommen!
Ihre
Simone Eckert

Mit freundlicher Unterstützung

Hubertus Wald Stiftung
Hamburger Telemann Gesellschaft
„Burlesque“

Samstag, 10. Januar 2026, 19:00

Das Verständnis von Humor, Witz und Esprit hat sich seit dem 18. Jahrhundert geändert. Dennoch wird klar: Georg Philipp Telemann hatte genau die Umtriebigkeit und Fähigkeit, sein Umfeld aufmerksam wahrzunehmen und musikalisch zu rezipieren, dass wir auch heute grinsen, schmunzeln und lachen bei seinen komischen Werken. Er spielt mit den Hörerwartungen, die von ihm vertonten Texte sind doppelbödig und er hat ein Herz für Sonderlinge. Mit diesem heiteren Programm starten wir ins Neue Jahr, bei dem auch gelacht werden darf.

mit
  • Sönke Tams-Freier, Bass
  • Simone Eckert, Viola da gamba
  • Anke Dennert, Cembalo
  • Ulrich Wedemeier, Laute
Eintritt: 20.-/ ermäßigt 15.-

Lichtwarksaal, Neanderstraße 22

elbwærts UNTERWEGS: „Seelen-Music“

Dienstag, 31. März 2026, 19:30

Was ist die Seele? Religion und Philosophie suchen nach Antworten, in diesem Programm sinnieren die Texte der Vokalwerke Johann Theiles und anderer Zeitgenossen über dieses existenzielle und uralte Thema des Menschseins.

mit
  • Isabel Schicketanz, Sopran
  • Anke Dennert, Orgel
  • Simone Eckert, Viola da gamba
Eintritt: 14.-/ ermäßigt 10.-
  • Konzertkasse Gerdes
    (Karten an der Abendkasse)

Ansgarkapelle am Mariendom

„Keiser und die Gräfin“

Sonntag, 23. August 2026, 19:00

Reinhard Keiser (1674-1739), einer der produktivsten Opernkomponisten seiner Zeit, komponierte rund 80 Opern und Singspiele, die überwiegend für das Haus am Gänsemarkt in Hamburg bestimmt waren. Er wirkte dort nicht nur als Komponist, sondern auch als Kapellmeister und Direktor. In diesem Konzert folgen wir ihm in die Hamburger Salons mit ihren Soireen, in denen Künstler um die Gunst - und vermutlich auch die finanzielle Unterstützung - der wohlhabenden Bürger und Adligen buhlten. 1713 veröffentlichte Keiser seine Divertimenti Serenissimi für Gesang und Basso continuo, die er der schönen und umschwärmten Gräfin Aurora von Königsmarck widmete. Im Vorwort offenbart er, dass auch er ihr verfallen war…

mit
  • Kerstin Dietl
  • Simone Eckert
  • Ulrich Wedemeier
  • Anke Dennert
Eintritt: 20.-/ ermäßigt 15.-

Lichtwarksaal, Neanderstraße 22

elbwærts UNTERWEGS: „Verleih‘ uns Frieden gnädiglich“

Freitag, 24. Juli 2026, 19:00

Gedenken zum Jahrestag „Operation Gomorrah“

Martin Luthers Bearbeitung des gregorianischen Antiphons Dona nobis Pacem, Domine aus dem 9. Jahrhundert verdeutlicht, dass die Klage über den Krieg und die Bitte um den Frieden ohne religiöse Dimension nicht möglich war. Dieser Choral verbreitete sich in zahlreichen Bearbeitungen seiner Zeitgenossen bis hin zu Johann Sebastian Bach und in unsere Gegenwart. Die „Antikriegsmusik“ dieses Programms, größtenteils am Ende des 30jährigen Kriegs zur Begleitung von Friedensverhandlungen in Nürnberg komponiert, wird zu einer expliziten Bitte um politischen Frieden.

mit
  • Isabel Schicketanz, Sopran
  • Christoph Heidemann
  • Ulrich Wedemeier, Laute
  • Anke Dennert, Cembalo/Orgel
  • Simone Eckert, Viola da gamba
Eintritt: 20.-/ ermäßigt 15.-

Mahnmal St. Nikolai, Willy-Brandt-Straße 60

elbwærts UNTERWEGS: „Telemanns Freunde“

Donnerstag, 24. September 2026, 19:00

Das Programm beleuchtet in Texten und Musik das Thema Freundschaft im 18. Jahrhundert, das zu Telemanns Lebzeiten im Jahrhundert der großen sozialen Umbrüche an Bedeutung gewinnt.

Werke von G.P. Telemann, J.S.Bach, G.F. Händel, J.W. Hertel

mit
  • Peter Bieringer, Rezitatio
  • Iris Maron, Barockvioline
  • Simone Eckert, Viola da gamba
  • Anke Dennert, Cembalo
  • Ulrich Wedemeier, Laute
Eintritt: 10.-/ ermäßigt 5.-

Gelehrtenschule des Johanneum, Maria-Louisen-Straße 114

zum 250. Todestag

on the 250th anniversary of his death

Projekt 2026: Filippo Finazzi (1705–1776)

Project 2026: Filippo Finazzi (1705–1776)

Ein Sänger-Komponist im Spiegel von Diversität, Diskriminierung und Migration

August Bebels bekanntes Zitat bringt es auf den Punkt: „Nur wer die Vergangenheit kennt, kann die Gegenwart verstehen und die Zukunft gestalten“. Dieser Leitsatz betont die Notwendigkeit historischer Bildung, um gesellschaftliche Entwicklungen zu begreifen, fundierte Entscheidungen zu treffen und die Zukunft aktiv zu formen. Diesen Leitfaden greift das Projekt auf.

Filippo Finazzi (*7. Juli 1705 in Gorlago, Italien; †22. April 1776 in Bargfeld-Rögen, Schleswig- Holstein) war ein italienischer Sänger, Komponist und Kapellmeister des 18. Jahrhunderts. Er trat in den bedeutenden Opernhäusern Europas auf - etwa in Venedig, Breslau, Bologna. Er kam 1744 mit einer italienischen Theatertruppe nach Hamburg, wo er an der Gänsemarktoper Karriere machte. Seinen Lebensabend aber verbrachte er in Schleswig-Holstein auf seinem Wohnsitz in Jersbek. Finazzis künstlerisches Wirken in Schleswig-Holstein hatte seinen Höhepunkt 1749 mit der Leitung der Einweihungsmusik der Klosterkirche in Uetersen.

Zahlreiche Kompositionen von ihm - die meisten bislang unveröffentlicht - zeugen von der umfassenden Musikalität dieses Ausnahmesängers. Das Projekt bringt diese Musik nach langen Recherchen und Übertragungen der alten Manuskripte in modernes Aufführungsmaterial zur Aufführung: in drei Konzerten als Erstaufführungen in unserer Zeit an seine ehemalige Wirkungsstätten und damit Originalschauplätzen. Konzerteinführungen, Moderationen und Programmtext informieren über die gesellschaftsrelevante Fragestellungen auch im heutigen Kontext. NDR Kultur wird in Zusammenarbeit mit den Musiker*innen ein großes Feature erstellen und senden, was eine überregionale Bekanntmachung garantiert. Im Anschluss an das Projekt wird eine CD aufgenommen für das Label cpo, das eine weltweite Verbreitung gewährleistet.

Gesellschaftliche Relevanz aus heutiger Sicht:

Finazzi war ein Kastrat - ein männlicher Sänger, der vor der Pubertät kastriert wurde, um seine hohe Stimme zu bewahren. Das war eine umstrittene Praxis im Barock, die sich aus musikalischen, sozialen und kirchlichen Traditionen entwickelte. Die Praxis war mit massiven Eingriffen in den Körper verbunden und wirft aus heutiger Perspektive Fragen zu körperlicher Autonomie und Menschenwürde auf. Obwohl Kastraten oft als gefeierte Stars galten, wurden sie gesellschaftlich auch als „anders“ oder „abweichend“ gesehen - ein früher Fall von Marginalisierung eines Körpers, der von sozialen Normen abwich. Finazzi musste beispielsweise Diskriminierung erdulden, weil die Kirche eine Heirat aufgrund seiner Zeugungsunfähigkeit ablehnte.

Finazzi war Teil eines weit vernetzten, europaweit agierenden Musikbetriebs. Seine Reisen von Norditalien nach Breslau, Prag, Leipzig und Hamburg spiegeln nicht nur die Mobilität von Musiker*innen jener Zeit wider, sondern auch frühe Transnationalität kultureller Arbeit. Sein Wechsel zwischen Stadt- und Ländergrenzen zeigt, dass Migration innerhalb Europas im 18. Jh. kein Randphänomen war, sondern zentral für künstlerische Karrieren. Insofern können wir seine Biographie als Beispiel für die Bedeutung von kulturellem Austausch und Mobilität begreifen - lange bevor dieser sozialwissenschaftlich als „Migration“ benannt wurde.

Finazzis Biografie liefert die Relevanz für heutige Fragestellungen und fordert uns heraus, Diversität nicht nur in Bezug auf Ethnien oder Geschlechteridentitäten zu verstehen, sondern auch historisch: Was bedeutet Anerkennung unterschiedlicher Stimmen und Körper in der Kunst und wie gingen Gesellschaften mit sichtbaren normabweichenden Künstlern um?

Dies korrespondiert mit aktuellen Debatten über Diversität, in denen vielfältige kulturelle Hintergründe, Geschlechteridentitäten und musikalische Ausdrucksformen sichtbarer und gleichberechtigter werden sollen.

Aktuelle Debatten über Migration fokussieren oft soziale und ökonomische Herausforderungen. Finazzis Karriere zeigt aber, dass Migration auch ein Motor für kulturelle Innovation und Vernetzung ist - ein historischer Vorläufer transnationaler künstlerischer Karrieren und damit ein Ansatzpunkt für heutige Diskussionen über kulturelle Teilhabe und strukturelle Barrieren.

Filippo Finazzi steht exemplarisch für eine historische Figur, deren Leben an der Schnittstelle von Kunst, körperlicher „Andersheit“, Bewegung über Grenzen und wachsender kultureller Öffentlichkeit stattfand. Die Auseinandersetzung mit seiner Biografie erlaubt nicht nur Einsichten in die Musikkultur des 18. Jahrhunderts, sondern regt auch dazu an, gesellschaftlich relevante Fragen zu Diversität, Diskriminierung und Migration in Gegenwart und Geschichte neu zu reflektieren.

A singer-composer reflected in diversity, discrimination and migration

August Bebel's famous quote sums it up: ‘Only those who know the past can understand the present and shape the future.’ This guiding principle emphasises the need for historical education in order to understand social developments, make informed decisions and actively shape the future. The project takes up this guiding principle.

Filippo Finazzi (born 7 July 1705 in Gorlago, Italy; died 22 April 1776 in Bargfeld-Rögen, Schleswig- Holstein) was an Italian singer, composer and conductor of the 18th century. He performed in the major opera houses of Europe, including Venice, Breslau and Bologna. He came to Hamburg in 1744 with an Italian theatre troupe, where he made his career at the Gänsemarktoper. However, he spent his twilight years in Schleswig-Holstein at his residence in Jersbek. Finazzi's artistic work in Schleswig-Holstein reached its peak in 1749 when he conducted the inauguration music for the monastery church in Uetersen.

Numerous compositions by him – most of them previously unpublished – testify to the comprehensive musicality of this exceptional singer. After extensive research and transcription of the old manuscripts into modern performance material, the project is now bringing this music to the stage: in six concerts as world premieres in our time at his former places of activity. Concert introductions, presentations and programme texts provide information on socially relevant issues, including in today's context. NDR Kultur will collaborate with the musicians to create and broadcast a major feature, guaranteeing nationwide publicity. Following the project, a CD will be recorded for the cpo label, ensuring worldwide distribution.

Social relevance from today's perspective:

Finazzi was a castrato – a male singer who was castrated before puberty in order to preserve his high voice. This was a controversial practice in the Baroque era, which developed from musical, social and ecclesiastical traditions. The practice involved massive bodily interventions and, from today's perspective, raises questions about physical autonomy and human dignity. Although castrati were often celebrated stars, they were also seen by society as ‘different’ or ‘deviant’ – an early case of marginalisation of a body that deviated from social norms. Finazzi, for example, suffered discrimination because the church refused to allow him to marry due to his inability to procreate.

Finazzi was part of a widely networked music industry operating across Europe. His travels from northern Italy to Breslau, Prague, Leipzig and Hamburg reflect not only the mobility of musicians at that time, but also the early transnational nature of cultural work. His movement between city and country borders shows that migration within Europe in the 18th century was not a marginal phenomenon, but central to artistic careers. In this respect, we can understand his biography as an example of the importance of cultural exchange and mobility – long before this was named ‘migration’ in social science.

Finazzi's biography provides relevance for today's issues and challenges us to understand diversity not only in terms of ethnicity or gender identity, but also historically: What does recognition of different voices and bodies in art mean, and how did societies deal with artists who visibly deviated from the norm?

This corresponds with current debates on diversity, in which diverse cultural backgrounds, gender identities and musical forms of expression are to become more visible and equal.

Current debates on migration often focus on social and economic challenges. However, Finazzi's career shows that migration is also a driver of cultural innovation and networking – a historical precursor to transnational artistic careers and thus a starting point for today's discussions on cultural participation and structural barriers.

Filippo Finazzi is an example of a historical figure whose life took place at the intersection of art, physical ‘otherness,’ movement across borders, and a growing cultural public sphere. Examining his biography not only provides insights into the musical culture of the 18th century, but also encourages us to reflect anew on socially relevant questions of diversity, discrimination and migration in the present and in history.

Freitag, 24. April 2026, 18 Uhr

Moorfleet

Kirche

Samstag, 25. April 2026, 17 Uhr

Uetersen

Klosterkirche

Freitag, 19. Juni 2026, 19 Uhr

Hamburg

Museum für Kunst und Gewerbe

Samstag, 20. Juni 2026, 18 Uhr

Sülfeld

Kirche

Sonntag, 21. Juni 2026, 18 Uhr

Flemhude

Kirche

Mittwoch, 22. Juli 2026, 20 Uhr

Celle

Schloss

Beteiligte
  • Kerstin Dietl, Sopran
  • Hamburger Ratsmusik, 2 Violinen, Viola (da gamba), Violoncello, Cembalo, Chitarrone; Leitung Simone Eckert

Friday, 24 April 2026, 6 p.m.

Moorfleet

Church

Saturday, 25 April 2026, 5 p.m.

Uetersen

monastery Church

Friday, 19 June 2026, 7 p.m.

Hamburg

Museum of Arts and Crafts

Saturday, 20 June 2026, 6 p.m.

Sülfeld

Church

Sunday, 21 June 2026, 6 p.m.

Flemhude

Church

Wednesday, 22 July 2026, 8 p.m.

Celle

Castle

Participants
  • Kerstin Dietl, soprano
  • Hamburger Ratsmusik, 2 violins, viola (da gamba), violoncello, harpsichord, theorbo; conducted by Simone Eckert

500 Jahre Hamburger Ratsmusik 2022

Die Hamburger Ratsmusik blickt heute auf ein halbes Jahrtausend Musikgeschichte in Hamburg zurück, denn die Stadt beschäftigte erstmals im Jahr 1522 festangestellte Spielleute. Nach dem Grundsatz „Gott zu Ehren und Hamburg zur Lust, Ergötzlichkeit und Nutz“ leistete sich die Stadt fortan ein Eliteensemble von acht Ratsmusikern. Dieses Jubiläum trifft im November 2022 auf Heinrich Schütz‘ 350. Todestag. Von den Zeitgenossen gerühmt als „allerbester Teutscher Componist“, war dieser höchstpersönlich nach Hamburg gereist, wo seine Schüler Matthias Weckmann, Christoph Bernhard und Johann Theile wirkten, und wo er den Pastor und Dichter Johann Rist traf. Mit Sicherheit hörte Schütz in Hamburg die weitgerühmten Ratsmusikanten, und dieser legendären Begegnung spürt das Jubiläumsprogramm nach. Die Uraufführung von „Hylas“, einem Werk des Hamburger Komponisten Tim Steinke, schlägt die Brücke in die Gegenwart.

Aufmacher
Festkonzert Hamburg

Sonntag, 6. November

Karten unter https://katharinenkirche.reservix.de/events

St. Katharinen, 18:00 Uhr

mit
  • Theatre of Voices; Leitung Paul Hillier
  • Andreas Fischer, Orgel
  • Hamburger Ratsmusik; Leitung Simone Eckert
ZEIT Stiftung

elbwärts 22

Heinrich Schütz' Reisen

Städte für Impressionen anklicken

Zweimal reiste Heinrich Schütz, der „allerbeste Teutsche Componist“1, auf Einladung des dänischen Königs Christian IV. die knapp 1000 Kilometer von Dresden nach Kopenhagen. Abstecher führten ihn über Hamburg, um dort den Dichter Johann Rist zu treffen, und, da direkt an der Reiseroute gelegen, über Schloss Gottorf, wohin seine ehemalige Schülerin, die sächsische Prinzessin Maria-Elisabeth geheiratet hatte.

1000 Kilometer per Schiff, per Kutsche, zu Fuß - heute unvorstellbar beschwerlich, für Heinrich aber kein Hindernis.

Unsere Konzerttournee 2022/2023 bereiste die Stationen dieser langen Etappe durch zwei Länder und brachte anlässlich des 350. Todestag von Heinrich Schütz die Begegnungen mit seinen Schülern, Kollegen und Mäzenen zum Klingen.

NEUSTART KULTUR Stipendienprogramm Klassik
Bundesministerium
Mitteldeutsche Barockmusik
Kulturstiftung Schleswig Holstein
Kultusministerium Schleswig Holstein

Außerdem wird die Tournee des Theater of Voices und Hamburger Ratmusik durchgeführt mit der freundlichen Unterstützung von

Bitten og Mads Clausen Fond
Augustinus Fonden
Gangstedfonden
Lemvigh-Müller Fonden
William Demant Fonden
Toyota Fonden

Hamburger Ratsmusik auf Youtube

Impressionen

Thumbnail Youtube Video: Händel Sonate gm 364b
Händel Sonate gm 364b

Thumbnail Youtube Video: Simone Eckert, Viola da gamba & Hamburger Ratsmusik
Simone Eckert, Viola da gamba & Hamburger Ratsmusik

Thumbnail Youtube Video: Jean-Baptiste Barrière: Allegro pour le Pardessus de Viole
Jean-Baptiste Barrière: Allegro pour le Pardessus de Viole

Thumbnail Youtube Video: Hamburger Ratsmusik spielt Diedrich Becker (1623-1679)
Hamburger Ratsmusik spielt Diedrich Becker (1623-1679)

Thumbnail Youtube Video: Hamburger Ratsmusik: Barbara Strozzi
Hamburger Ratsmusik: Barbara Strozzi

Thumbnail Youtube Video: The Adventures of Isfahan – a 17th Century Journey to Persia
The Adventures of Isfahan – a 17th Century Journey to Persia